Narkoserisiko, Tierarztfehler, Tierarztpfusch, oder Schicksal ???

 

Hier nur einige Mails von den vielen Tierärzten, die versucht haben, mir bei der Frage,an was Sally gestorben ist, zu helfen.

23.10.03

Ja, es gibt das Beruhigungsmittel Diazepam, welches solche Reaktion hervorrufen kann. Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass eine Gebärmutterentzündung die Todesursache war.
Auch eine Embolie halte ich von der Logik her für unwahrscheinlich. Man kann in solchen Fällen die Leiche zur Sektion in eine Universitätsklinik bringen, dort wird dann unbefangen die Todesursache festgestellt.
MfG, Dr.K

24.10.03

Sehr geehrte Frau,

was Ihnen da passiert ist tut mir sehr leid! Natürlich gibt es bei jeder Narkose ein Narkoserisiko, aber so, wie Sie den Fall schildern, ergeben sich für mich doch einige Unklarheiten: weshalb sollte Ihre Hündin in Narkose gelegt werden? War ein Kaiserschnitt geplant? Welche Geburtskomplikationen lagen vor? Was verstehen Sie unter leichter bzw. starker Narkose? Wissen Sie vielleicht, welche Narkosemittel Sally gegeben wurden?(in seltenen Fällen können Tiere auf ein Narkosemittel paradox reagieren)?

Vielleicht kann ich Ihnen besser helfen, wenn Sie mir diese Fragen noch beantworten. Ansonsten besteht die Möglichkeit, sich an die Tierärztekammer Ihres Bundeslandes zu wenden, damit der Fall mit einem entsprechenden Gutachten untersucht wird.

Sobald ich Ihre Antwort habe, werde ich mich wieder bei Ihnen melden.

Für heute mit freundlichen Grüßen Dr. H.....

29.10.03    

Sehr geehrte Frau , ich kenne durch Sie ja nur die eine Seite der Geschichte und will deshalb auch niemandem zu nahe treten, aber nachdem was Sie berichten, müsste da einiges falsch gelaufen sein: 

- wenn man einen Kaiserschnitt machen will, muss dieser Eingriff perfekt vorbereitet sein, da die OP zum Schutz der Welpen so schnell wie möglich ablaufen muss. Außerdem braucht man mindestens einen Assistenten, besser zwei, damit einer operiert, einer für die Narkose zuständig ist und assistiert und der dritte sich unverzüglich und ausschließlich um die Welpen kümmern kann.

- um einem Hund den Bauch aufzuschneiden, braucht man eine zuverlässige Narkose! Das hat nichts mit leicht und stark zu tun. Was soll es vor allem, der Hündin erst eine stärkere Narkose zu geben, wenn die Welpen bereits rausgeholt wurden? "Schlafen" und schmerzfrei muss das Tier sein, um es operieren zu können (Narkose = durch chemische oder physikalische Mittel hervorgerufener schlafähnlicher Zustand mit zentraler Schmerzausschaltung). Dies erreicht man durch ganz korrekte Dosierung (Tier wiegen, Dosis nach Gewicht errechnen) entsprechender Narkosemittel - und dies hat nichts mit leicht und stark zu tun. Außerdem ist eine Hündin in der Geburt immer ein Risikopatient und muss entsprechend behandelt und überwacht werden. 

- wenn der Kaiserschnitt entsprechend vorbereitet gewesen wäre, hätte man wenigstens versuchen können, die Welpen zu retten.

- wenn ein Tier durch das Narkosemittel derart reagiert und krampft, wie Sie das beschrieben haben, hätte man ihm unverzüglich Valium spritzen müssen. Sie schreiben aber, es hätte nur weiter Narkosemittel bekommen...

Ich würde auch unbedingt auf Klärung des Falles bestehen. Bitte halten Sie mich auf dem Laufenden. 

Für heute mit freundlichen Grüßen Dr. H......

3.11.03

Sehr geehrte Frau ,

dass eine Obduktion für Klarheit sorgen kann, halte ich auch für relativ unwahrscheinlich, aber was ist denn mit den Informationen, die ich Ihnen geschickt habe, z.B. in Bezug auf einen Kaiserschnitt. Wurden diese Sachen wenigstens erfüllt? Nachdem, was Sie berichten, kommt es mir eher so vor, dass wenn der Fehler in einer ungenügenden OP-Vorbereitung lag. Hinzu kam wahrscheinlich, dass auch für eine Notfallsituation, wie sie ja immer entstehen kann, eventuell nicht die entsprechenden Vorkehrungen getroffen wurden.

MfG Dr. H......

26.07.04

Das klingt für mich so, als wenn das Notfallmangement während der Narkose, bzw. der Narkoseeinleitung im Falle Ihrer Hündin leider unzureichend war, sowie natürlich auch die Versorgung der ungeborenen Welpen, die vielleicht zu retten gewesen wären.

Ich würde mich über eine Benachrichtigung freuen, wenn Sie etwas erreicht haben,

Mit freundlichen Grüßen Tierärzteteam, Dr. .....

Also wenn ich alles zusammen fasse was andere Tierärzte geschrieben haben, kommt das in Kurzfassung bei raus :

- wenn der Kaiserschnitt entsprechend vorbereitet gewesen wäre,
hätte man wenigstens versuchen können, die Welpen zu retten.
- wenn ein Tier durch das Narkosemittel derart reagiert und krampft, wie Sie das beschrieben haben, hätte man ihm unverzüglich Valium spritzen müssen.

Propofol ist das "Narkosemittel".

Ich schreibe es in Anführungszeichen, denn Propofol kann nur zur Sedation benutzt werden, da bei diesem Mittel keine Schmerzausschaltung erfolgt.
Unter Propofol kann also auch kein Kaiserschnitt erfolgen. Die anderen Mittel finden bei Narkosezwischenfällen (Herz-Kreislaufproblemen) ihren Einsatz. 

Eine Lungenembolie kann auch durch injizieren von Luft verursacht werden.

Propofol wirkt sehr rasch und kurz, kumuliert nicht, wirkt nicht analgetisch und
kann dosisabhängig zu Atemdepression , Atemstillstand, Blutdruckabfall, Apnoe, Bradykardie, Erbrechen und zum Herzstillstand, führen.

Propofol kann, vor allem bei Überdosierung, einen Atemstillstand verursachen.
Eine zu schnell verabreichte oder zu hohe Dosis Propofol löst zuerst einen Atemstillstand, gefolgt von einem Herzstillstand, aus.

Und ich hab das gefunden :

Disoprivan®
Handelsform : Ampulle 20ml / 200mg
Propofol
Indikation : Einleitung einer Narkose Sedierung beim beatmeten
Patienten

(Sally wurde nicht beantmet als sie die 2 Propofolspritzen bekommen hat )
Wirkungsweise : Injektionsnarkotikum mit kurzer Wirkzeit und ohne analgetische Wirkung
Dosierung :
2-4mg/kgKG zur Einleitung

zur Aufrechterhaltung bei Bedarf 20 - 50mg nachspritzen


Nebenwirkungen : Atem- und Kreislaufdepression bis hin zur Apnoe 

 

Zu den nur in der Stellungnahme aufgeführten Sachen :

Maske Isofluran Intubation usw. kamenm auch einige Antworten :

 

Man muß erst sedieren. Normalerweise nimmt man da Ketanest(Xylazin her. Früher war auch Rompun oder Polamivet im Einsatz. dann Propofol.

( Isofluran, ist ein gängiges Inhalationsnarkotikum.) Dazu sollte der Hund aber auch schon schlafen, damit er sich nicht wehrt.

 

Oder:

 

Zunächst wird eine Prämedikation gegeben, z.B. ACP und Valium (es gibt auch noch andere Möglichkeiten). Das Tier wird dadurch ein wenig schläfrig. Dann wird Propofol als Narkoseeinleitung gegeben, d.h. mit Propofol schläft das Tier normalerweise fest für einige Minuten. Diese Zeit nutzt man zur Intubation (Schlauch in die Luftröhre). Über diesen Schlauch erfolgt die eigentliche Narkose mit einem Gas wie Halothan oder Isofluran und die OP kann beginnen.

Ungewöhnlich bei Ihrer Geschichte finde ich, dass die Braunüle angenäht wurde. Ich kenne die Fixierung der Braunüle nur durch Ankleben mit Klebeband.Die Behandlung hätte erst dann beginnen dürfen, wenn das Tier tatsächlich fest eingeschlafen ist.

Unklar ist mir, warum nicht versucht wurde, die Welpen zu retten. Auch wenn die Aussicht auf Erfolg sehr gering war, man hätte es versuchen können.

 

 

 

 

 
     

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